Bullshit-Bingo Vol. 6: „Boah, ich weiß wie du dich fühlst! Ich hatte neulich ne Grippe. Das war furchtbar.“

Varianten: „Ich weiß genau, wie es dir geht, ich hatte schon mal XY“, „Ich hab‘ ja XY, DAS ist vielleicht schlimm!“ So lange du nicht selbst Fibromyalgie hast, weißt du nicht, wie ich mich fühle. Punkt. Als einfühlsamer Mensch kannst du es dir vielleicht in etwa vorstellen. Mehr aber auch nicht. Das ist auch in Ordnung so, denn wie solltest du es auch wissen? Solche Situationen, in denen mir jemand im Brustton der Überzeugung erzählen will, wie es mir geht und dann Vergleiche zu seinen eigenen Krankheiten anstellt, sind in der Regel fehl am Platz. Besonders, weil es solchen Leuten meistens ausreicht, den Namen einer Diagnose zu hören, ohne Genaues

Bullshit-Bingo Vol. 5: Oh, es tut mir soooo schrecklich leid für dich!

Varianten: „Oh du Arme(r)!“, „Du tust mir wirklich leid!“ Es ist so eine Sache mit dem Mitleid. Ich weiß, die erste spontane Reaktion, wenn man von einem Mitmenschen erfährt, dass dieser krank ist, mag Mitleid sein. Die Frage, die man sich dabei jedoch immer stellen sollte ist, „Was bringt das dem/der Anderen und auch mir?“. Dadurch wird vielleicht klarer, warum Mitleid häufig zum Problem wird, wenn es um den Umgang mit (chronisch) Kranken geht. MITLEID MACHT SPRACHLOS Ich habe immer wieder erlebt, dass andere Leute so von ihrem Mitleid ergriffen sind, dass ein gutes, also konstruktives, Gespräch nicht mehr möglich ist. Wenn ich etwa gefragt werde, wie es mir geht