„Sie haben Fibromyalgie? Ich kann Sie heilen!“ – über haltlose Heilsversprechen und übergriffige „Hilfs“-Angebote

Heute geht´s mal wieder um ein Thema, das viele, wenn nicht sogar alle von euch betrifft. Und zwar die Schattenseiten des Chroniker-Daseins im Zeitalter der Digitalisierung. So toll es auch ist, dass uns Social Media die ort-, zeit- und befindlichkeitsunabhängige Kommunikation ermöglichen – gerade mein Blog lebt ja davon; Und so wunderbar demokratisch Wissen im Netz auch zugänglich gemacht wird – genauso umfangreich wird diese Möglichkeit natürlich auch genutzt, um zweifelhafte Produkte, dubiose Therapien und vollmundige Heilsversprechen an den chronisch kranken Mann, bzw. die Frau zu bringen. An jeder Ecke wird Heilung für scheinbar hoffnungslose Fälle versprochen.

HEILUNG PER POST – MAL WIEDER

Und über einen besonders exemplarischen Fall, der mir vor Kurzem untergekommen ist, will ich euch jetzt erzählen. Eben weil ich glaube, dass im Bezug auf dieses Thema etwas Klartext notwendig ist.

Vor nicht allzu langer Zeit öffne ich also den Posteingang meines Blogs. Darin finde ich ein Angebot. Worüber? Darüber, eine Methode zu testen, die meine „tückische Krankheit“ heilen könne. Und obendrein noch an einem Buch darüber als Co-Autorin mitzuwirken. Mit dem Hinweis der Verfasserin und Verlegerin, dass eben diese Methode sie selbst „komplett geheilt“ habe und die Patentlösung des Problems namens Fibromyalgie sei.

Reißerisch kann sie, denke ich bei diesen vollmundigen Versprechungen. Eine Eigenschaft, die zwar Blättern wie der Bild-Zeitung hohe Auflagen bringt, bei mir als vertrauensbildende Maßnahme in einen Verlag aber komplett versagt.

Der Witz an der Sache: man versucht mir eine Heilmethode schmackhaft zu machen, über die ich bereits vor anderthalb Jahren hier auf meinem Blog einen kritischen Artikel geschrieben habe. Lol. Schön, wie gut man in diesem Verlag über seine potentiellen Autoren Bescheid weiß. Recherche ist ja auch was für Dummies.

Aber, ich will mal nicht so sein. Ich gebe dem Ganzen jetzt trotzdem noch eine Chance, sage ich mir. Ich lese die mitgesendete „Arbeitsprobe“ der verlagseigenen Gesundheitszeitschrift. Über 20 Seiten zum Thema Schmerz. Darunter auch ein ausführlicher Artikel zum Thema Fibro mit dem Titel: „Fibromyalgie ist heilbar“.

HEILUNG FÜR ALLE, IMMER, GARANTIERT UND ÜBERALL

Puuuuuhhhhhh. Muss ich noch erklären, wieso sich bei mir da schon die Nackenhaare sträuben? Wieso mein gesunder Menschenverstand Purzelbaum mit nacktem Arsch vor meinem geistigen Auge macht, um mir Warnzeichen zu schicken? Wieso ich skeptisch bin, wenn Pauschallösungen und Heilung für ALLE Betroffenen einer Erkrankung verkündet werden, die nach derzeitigem Stand der Wissenschaft als nicht heilbar eingestuft wird? Einer Erkrankung, bei der die Ursachen noch nicht klar sind? Einer Erkrankung, die sich in ihren Symptomen bei jedem*r Betroffenen unterschiedlich äußern kann? Und dass ich wenig Lust auf eine Zusammenarbeit mit Leuten habe, die behaupten Fibromyalgie gäbe es nicht, die aber trotzdem mit der Diagnose Geld verdienen wollen? Wieso ich immer noch über meine Erkrankung schreibe – die ich offensichtlich noch nicht losgeworden bin –  obwohl mir wöchentlich Wunderheiler ihre todsicheren Therapien in mein Postfach pflanzen?

SYMPTOMFREIHEIT IST NICHT GLEICH HEILUNG

Für alle diejenigen, die hier schon eingrätschen wollen: „Aber ich wurde geheilt!“, zitiere ich mich mal selbst:

„[…] auch ich habe schon Leute getroffen, bei denen die Fibromyalgie diagnostiziert wurden und die sich heute als symptomfrei bezeichnen. Eine von ihnen ist sogar selbst Ärztin […]. Aber eine Heilung und Symptomfreiheit sind für mich immer noch zwei Paar Stiefel. Ich möchte nicht ausschließen, dass letztere unter bestimmten Umständen möglich sein kann. Doch auch diese Menschen müssen in der Gegenwart immer noch Einiges dafür tun, dass sie symptomfrei bleiben. Ich möchte wieder einmal betonen, dass nicht jedem*r mit Fibromyalgie die gleichen Dinge helfen, sondern dass es nach derzeitigem Wissensstand viele unterschiedliche Wege zu einer Besserung gibt.“

Außerdem ist davon auszugehen, dass es Menschen gibt, die eine falsch-positive Diagnose Fibromyalgie bekommen – manche gehen von bis zu 10% der Diagnostizierten aus. Ein weiterer Faktor für die Aussichten auf Besserung ist sicher auch der Zeitpunkt der Diagnose. Was ich damit sagen will: Verallgemeinerungen sind hier mit Vorsicht zu genießen.

DANKE, ABER NEIN DANKE

Aber zurück zur Zeitschrift. Auch die Artikel überzeugen mich nicht. Es ist zwar einiges Sinnvolles dabei. Leider auch zu viele ungenügend recherchierte Aussagen und spagatartige Schlussfolgerungen. Vor allem aber wirken große Teile davon auf mich wie Image-Werbung für besagte Methode.

Dennoch ist meine Antwort an den Verlag freundlich. Ich freue mich schriftlich sowohl über die sogenannte Heilung, als auch darüber, dass in der Zeitschrift über Fibromyalgie berichtet wird. Ich mache klar, dass ich den Ansatz der beschriebenen Methode nicht grundsätzlich schlecht finde, um bestimmte Schmerzen zu lindern, dass sie mich aber weder überzeugt, noch geheilt hat. Und vor allem, dass ich mit der Art, wie deren Entwickler über Fibromyalgie sprechen, nicht einverstanden bin. Sie negieren einerseits ihre Existenz, bieten andererseits aber eine Heilmethode für das Fibromyalgie-Syndrom an. Diese logische Verrenkung muss man auch erst mal schaffen. An der Stelle verweise ich auf meinen Blog-Artikel, der ihr offensichtlich entgangen ist.

Was dann allerdings folgt, ist so bescheuert, dass es schon wieder lustig ist. Als ich die erneute Antwort-Mail der Verlagschefin lese, hänge ich irgendwo zwischen Schnappatmung, Würgereiz und wildem Jubel. Weil ich weiß, dass sie mir gerade den Stoff für eine super Geschichte geliefert hat. Lest selbst.

QUACKSALBER-YOGA* ODER WARUM ICH MEINE HEILUNG EINFACH NUR GENUG WOLLEN MUSS

Ich werde abermals über die Wunder-Methode aufgeklärt. Dass ich mich seitenlang detailliert und auch im Selbstversuch bereits mit ihr auseinandergesetzt habe, wird dabei geflissentlich ignoriert. Ebenso die großangelegte Marketing-Maschinerie der selbsternannten Schmerz-Spezialisten. Belehrung macht schließlich mehr Spaß als Diskussion. Es fallen Worte wie „durchschlagende Wirkung“, „Meilenstein der Medizingeschichte“ und der Rat, man müsse „solche Entdeckungen mit etwas Abstand betrachten“.

Stimmt. Wie sagt schon das Sprichwort: Es gibt nichts Gutes, außer man betrachtet es mit Abstand. Oder so ähnlich.

Ich frage mich, ob sie ihren Rat selbst schon berücksichtigt hat. Der richtige Brüller kommt aber noch:

„Vielleicht war es mein Glück, dass ich die Muskelschmerzkrankheit erst im reifen Alter bekam (…). Der anfänglichen Verzweiflung, zu erfahren, diese Krankheit sei unheilbar, folgte zuerst Resignation, dann Wut, und dann der Wille, nach einer Methode zu suchen, dieses „unheilbare“ Leiden zu besiegen.“

Drama Baby, Drama. Immer her mit dem Spannungsbogen.

Ich kann mir vorstellen, dass es für Sie schwieriger ist, einen solchen Willen zu entwickeln, da Sie ja, wie ich las, von Kind auf bereits Schmerzen hatten. Bei Ihnen war womöglich schon ein Gewöhnungseffekt eingetreten, noch bevor Sie erwachsen waren, und Gewohnheiten sind unglaublich machtvoll.“

Äh, Moment mal. Zimmert sich da gerade jemand, der schlichtweg meine „Über mich“-Seite gelesen hat, leider aber nicht den Artikel, der Gegenstand seines Anliegens ist, eine Ferndiagnose über meine Person zusammen? Und zielt sie auch noch ernsthaft mit dem Totschlag-Argument, bekannt als „Du willst ja bloß nicht (genug) gesund werden!“, unter die Gürtellinie so ziemlich jedes chronisch Kranken Menschen da draußen?

Ja genau! Und die Fortsetzung folgt auf dem Fuße:

„Oder möglicherweise spielen noch andere Faktoren eine Rolle in Ihrem Leben.“

I. Love. It. Das ist meine absolute Lieblingsspekulation über den Ursprung meiner Erkrankung. So viel Bullshitbingo auf so engem Raum. Halleluja! Übersetzt heißt das so viel wie: „es gibt da ETWAS in deinem Leben, das du noch nicht sehen kannst. Möglicherweise ist es ja was Psychisches. Oder deine Kindheit. Oder eine Person. Oder eine Wasserader unter deinem Schlafzimmer. Oder auch nichts davon. Aber dieses ETWAS ist der Grund für deine Erkrankung. Ich kenne dich nicht, aber ich weiß das ganz genau! I´schwör!“

Ja, ganz sicher gibt es irgendeinen Grund für meine Erkrankung. Egal ob das am Ende ein mutiertes Gen oder ein Gartenzwerg-Trauma ist. Aber niemand, der mich von einer E-Mail und zwei Blog-Texten „kennt“, ist in der Position, darüber urteilen oder spekulieren zu können.

Zum Abschluss darf natürlich der gepflegte verbale Arschtritt nicht fehlen:

„Meine Erfahrung sagt mir jedenfalls, egal, welche Krankheit einen heimsucht, man darf sich nicht aufgeben. Es gibt für (fast) alles eine Lösung!“

Aha. Ich habe mich jetzt also auch noch aufgegeben. Wusste ich noch gar nicht. Was man nicht alles lernt in so einer Mail.

I proudly presented to you: Haltlose Spekulationen von Dritten über mein Leben und meine Erkrankung.

Aka übergriffiger Bullshit.

Der (Achtung, Spoiler!) mich NICHT heilen wird.

WARUM DAS GEGENTEIL VON GUT, GUT GEMEINT IST

So etwas kann und will ich natürlich nicht unkommentiert stehen lassen. Besonders aus dem Grund, weil es mir hochgradig problematisch erscheint, wenn Personen mit einer solchen Einstellung auch noch Bücher und Zeitschriften über Gesundheitsthemen verbreiten. Und zudem eine Person, die selbst nach eigener Aussage krank war und es eigentlich besser wissen sollte, wie man mit Betroffenen umgeht. Mir schaudert allein bei dem Gedanken.

Meine Antwort fiel dementsprechend frostig aus:

„Liebe Frau —– , seien Sie versichert, dass weder mein fehlender Wille, noch etwaiges Gehenlassen (aka „sich aufgeben“) ursächlich für ein Bestehen meiner Erkrankung sind. Jedem, der mich kennt und meinen Blog aufmerksam liest, dürfte das klar sein. Spekulationen über mein Leben von Dritten gehören zu den Dingen, von denen ich in meinem Leben definitiv schon genug hatte und die mich nicht weiter gebracht haben.“

Ich teile das hier aus einem einzigen Grund: weil ich weiß, dass es nicht nur mir so geht. Weil so etwas leider kein Einzelfall ist. Im Gegenteil. Chronisch Kranke müssen sich ständig mit Heilsversprechen, Therapien und verworrenen Spekulationen über ihr Leben und im speziellen die Ursachen ihrer Erkrankung auseinandersetzen. Wildfremde beurteilen, analysieren, bewerten und kommentieren unseren Körper, unsere Psyche und unser Leben im Allgemeinen. 

Irgendwer kommt immer daher, weil er irgendjemanden kennt, weil er irgendwas gelesen hat, im besten Fall noch, weil er eigene Erfahrungen gemacht hat. Kurzum: weil er meint es besser zu wissen. Ob die Person mich kennt und ob ich nach ihrer Meinung gefragt habe, ist meist total egal.

Und wisst ihr, was das ist?

Das ist Scheiße. Richtig Scheiße. Und zwar hochgradig ÜBERGRIFFIGE Scheiße. In meinem Fall auch noch Scheiße in Geschenkpapier, die so tut, als würde sie nur helfen wollen. Dass hier aber be- bzw. verurteilt wird, wer sich kritisch äußert, wird in schöne Worte gepackt.

WARUM ICH ENTSCHEIDE, WELCHE THERAPIE FÜR MICH RICHTIG IST

Dafür gibt´s ne ganz einfache Lösung: einfach lassen! Das nenne ich mal „eine schlichte und wirksame Methode“ (um noch einmal aus der Mail zu zitieren)!

Und hier geht´s mir nicht um harmlose Empfehlungen und Tipps. Ja, ich weiß, dass die meisten Menschen mir und anderen mit Therapievorschlägen einfach nur helfen wollen. Das ist total nett und völlig in Ordnung. Aber bitte fragt mich und euer Gegenüber, ob wir euren Rat gerade brauchen bzw. formuliert ihn als Angebot, nicht als GEbot. Und ganz, ganz wichtig dabei: es ist komplett MEINE Entscheidung, ob, wie, wo, wann und mit wem ich diese Empfehlung umsetzen möchte. Einfacher Grund: es ist mein Körper, ich lebe und entscheide mit bzw. über ihn.

Das gilt für jede*n (chronisch) Kranke*n!!

Und: ich bin NICHT schuld an meiner Erkrankung, nur weil ich nicht alles tue, was irgendwer an mich heranträgt! Niemand ist das!

INTOLERANZ UND WUNDERHEILER-KAUSALITÄTS-VERDREHUNG

Und noch einmal zurück zu Frau-Verlagschefin-verschickt-Kothäppchen-in-Geschenkpapier. Natürlich war ihre Mail so formuliert, dass man sie als gut gemeinten Ratschlag lesen kann. Die Spitzen sind wunderbar subtil eingepackt. Was daran auch schön zu sehen ist, wie intolerante Menschen die „einfach nur helfen wollen“ ihre Toleranz-Rechnung erstellen: Wenn du nicht meiner Meinung bist, dann gibt´s 100% Toleranz für mich, 0% für dich, macht unterm Strich auch 100%.

Ich war ja noch so ehrlich und entgegenkommend und habe der Methode eine gute Grundidee zugesprochen und ihre Entscheidung dafür respektiert, obwohl ich anderer Meinung bin. Jung und naiv halt. Brauche wohl einfach noch „mehr Abstand“ (Zitat). Zu meiner Geburt oder was auch immer.

Warum das für mich intolerant ist? Weil ich hier kein Stück von Kritikfähigkeit und differenzierter Meinung oder Diskussionsansätze erkennen kann. Und weil Sie an keiner Stelle auf meine ausführlichen Argumente eingegangen ist. Stattdessen ist die typische Wunderheiler-Kausalitäts-Verdrehung zu erkennen. Wenn jemand sagt, dass die Methode bei ihm oder ihr nicht funktioniert hat, dann wird nicht die Methode infrage gestellt. Nein, zu logisch! Sie wird immer noch als „DIE Lösung“ und Heilung für alle verkauft. Der Trick: es wird einfach die Konstitution oder der Wille des Anwenders oder der Anwenderin angezweifelt. Sprich: mit dir stimmt was nicht, nicht mit der Methode. Ha!

Lecko mio, ist das clever. Dieser Mechanismus ist nicht umsonst die Basis der kompletten Esoterik-Industrie.

Und warum hat man das nötig? Warum muss man irgendwelche übergriffigen Spekulationen über das Leben von fremden Leuten per Mail verschicken? Da kann man doch auch einfach sagen „Schade, dass die Methode bei dir nicht gewirkt hat“ (was Frau Verlagschefin sogar getan hat), und gut is´.

Warum schicken mir Leute, die mich nicht kennen, ungefragt in Mansplaining-Manier seitenlange „Experten“-Tipps über Ernährung (für alle, die mich besser kennen hoffentlich ein Lacher) oder andere Themenbereiche? Und hören dann nicht mal mit ihren Belehrungen auf, wenn ich freundlich mit „Danke, aber ich weiß Bescheid“ antworte?

WAS IHR STATTDESSEN TUN KÖNNT, WENN IHR EURE HILFE ANBIETEN WOLLT, NOCH EINMAL ZUSAMMENGEFASST UND ZUM MITSCHREIBEN

Ihr dürft gerne euer Wissen an den Mann oder die Frau bringen. Für mich ist es völlig in Ordnung, wenn mir ein*e andere*r Betroffene*r von ihren eigenen Erfahrungen mit Methode XY erzählt und etwas sagt wie: „Vielleicht ist das ja auch was für dich.“ Einfach als eine mögliche Option für mich, ohne die Attitüde, eh alles besser zu wissen. Tipps, Ratschläge und Empfehlungen sind vielen Chronikern*innen willkommen. Aber die meisten von ihnen kennen, Überraschung (!), ihren Körper und auch ihre Erkrankung selbst am besten. Sie hören viele Tipps auch nicht zum ersten Mal und haben selbst schon Einiges ausprobiert. Erst einmal nachfragen, ob er oder sie eure Meinung hören möchte, wo er/sie vielleicht noch Hilfe gebrauchen kann, oder ob er/sie dies oder jenes schon kennt. Das ist mehr als eine Sache der Höflichkeit. Es ist eine Frage von Respekt und Anerkennung der anderen Person. Eigentlich ganz logisch, oder?

Danke an alle die, die das tun. Danke, an alle die, die uns mit freundlichem Rat und unvoreingenommener Unterstützung zur Seite stehen. Von euch brauchen wir noch sehr viel mehr.

Beurteilungen, Belehrungen und Spekulationen über die Köpfe von chronisch Kranken hinweg – und nicht selten in ihr Gesicht oder Postfach hinein – sind grenzüberschreitend. Meine Gesundheit ist meine Gesundheit. Nicht deine Gesundheit.

Don´t do this Bullshit.

Don´t judge me.

Eure FibroFee

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*Zur Erklärung: Mit „Quacksalber-Yoga“ drücke ich keine Kritik an Yoga aus. Yoga ist super! Es ist eine Metapher für die geistige Verrenkung der Wunderheiler ;).

Bild  © Designed by Freepik

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10 Replies to “„Sie haben Fibromyalgie? Ich kann Sie heilen!“ – über haltlose Heilsversprechen und übergriffige „Hilfs“-Angebote”

  1. Hallo FibroFee
    Bin gerade durch Zufall auf deiner Seite gelandet und habe gerade den Beitrag gelesen. Ich musste schmunzeln und es hat mir auch geholfen.Obwohl ich wahrscheinlich um einiges älter bin und in meinem Leben schon sehr viel durch habe bin ich auf dem Gebiet der Fibro ein absoluter Neuling.Meine Diagnose wurde erst im November 18 mehr oder weniger durch Zufall gestellt.Zu der Zeit hatte ich gerade einen totalen Zusammenbruch und einen 3 wöchigen Aufenthalt in der Klapse hinter mir und besuchte eine Tagesklinik.Da ich mich weigerte Psychopharmaka in mich reinzustopfen konnte man mir natürlich nicht helfen.Aber das ist eine lange Geschichte.Die Klinik hat für mich auf jeden Fall eine psychosomatische Reha beantragt ,die ich im Dezember angetreten habe.Nun zu dem Punkt an den du mich in deinem Beitrag erinnert hast.Ich war erleichtert 4 Wochen vor meiner Reha endlich die Diagnose Fibro und chronisches Schmerzsyndrom erhalten zu haben und präsentierte es stolz der Aufnahmeärztin .Die sagte dann wort-wörtlich zu mir .Das ist keine richtige Krankheit .Das kommt alles von der Psyche.Sie müssen sich nur bewegen und sich jeden Tag sagen das ist keine Krankheit und dann wird alles wieder gut. Ich war so geschockt ,das ich erstummte.Die 5 Wochen waren ganz schlimm und ich ging mit mehr Schmerzen nach Hause und meine Depression war so schlimm,das ich nach einem Gespräch mit der Sozialarbeiterin in der Klink sogar daran dachte mich umzubringen.Aber die Unterstützung durch meine Lieben zuhause hat mich wieder aufgebaut.Inzwischen habe ich einen guten Schmerztherapeuten gefunden.Doch meine beste Therapie ist das Aufschreiben meiner Gedanken in Form von Gedichten.Ich habe jetzt auch die Kraft gefunden Andere daran teilhaben zulassen und einen kleinen Blog erstellt.Deinen Blog finde ich super und die Art wie du schreibst.Was ich jetzt in der kurzen Zeit ,seit meiner Diagnose gelernt habe ist : Das ist mein Körper und ich entscheide was gut für ihn ist und womit ich mich wohlfühle.Ich bin dankbar für Tips ,ziehe das Beste für mich heraus ,probiere aus und entscheide dann was mir persönlich hilft.Es ist mein Leben und ich möchte den Rest ,der noch übrig ist , mit Spaß und Freude und möglichst wenig Schmerzen leben.Ich habe meinem Schmerz einen Namen gegeben,vielleicht fällt es mir so leichter in zu akzeptieren und mit ihm zu leben.Mein Schmerz heißt Hugo ! Wie ich zu diesem Namen kam kannst du auch auf meinem Blog lesen.
    Liebe Grüße Elke
    https://meinlebenmithugo.blogspot.com

    1. Liebe Elke,

      ich bin wirklich geschockt zu lesen, dass man in der Klinik so mit dir umgegangen ist. Dieses ewige Vorurteil, dass Fibromyalgie keine richtige Krankheit sei und psychische Ursachen hätte, kann zu fatalen Folgen führen. Wie in deinem Fall zum Verlust des Lebensmutes. Nicht nur, dass schon längst und seit Jahren durch Studien und auch durch die WHO belegt bzw. anerkannt ist, dass es sich bei Fibromyalgie um eine körperliche Erkrankung handelt… Dass eine Ärztin immer noch solche Aussagen vom Stapel lässt, macht mich fassungslos. Damit ist den Patient*innen nicht geholfen und da läuft was im Grundverständnis falsch, wenn ein Mensch, der Hilfe sucht nicht ernst genommen wird. Ich hoffe, du hast dich davon erholt und das nicht persönlich genommen – in dem Fall läuft nämlich offensichtlich bei der Ärztin etwas falsch und nicht bei dir.

      Es freut mich sehr zu hören, dass du an anderer Stelle Hilfe gefunden hast und auch Strategien, dir selbst zu helfen – das ist toll! Das zeigt, dass sich das lohnt und es wichtig ist auf sich selbst zu hören und sich nicht von außen verunsichern zu lassen :). Du bist auf dem richtigen Weg, bleib dran und mach weiter. Gerne hätte ich auf deinem Blog vorbeigeschaut, er scheint aber nicht mehr online zu sein. Ich hoffe, du machst für dich mit dem Schreiben weiter, wenn es dir hilft – das ist die Hauptsache :).

      Alles Gute für dich und viele Grüße, FibroFee

  2. Hallo Fibrofee,
    wer dich und deinen Blog kennt, weiß dass nicht nur jede Menge Zynismus in deinem Beitrag steckt, sondern auch Wut. Darüber das dubiose Kreaturen es ausnutzen dass kranke jeden Strohhalm greifen. Solange ich monatlich das Rezept über diverse Schmerzmittel hole, und weder MTA oder besser noch der Arzt mir sagen das es Heilung gibt, glaube ich gar nichts. Mach weiter so, auch das du nicht nur online, sondern auch in Printmedien und im TV aufklären möchtest ist ein guter Weg. Markus Lanz wäre auch eine tolle Plattform ; )

  3. Liebe Fibrofee
    Tatsächlich bin auch ich eine Fibro Patzentin und stimme dir allerdings nur sehr begrenzt in deiner Wahrnemung oder deiner Wortwahl zu.Was ich damit meine ist,das Punkt 1.jeder Mensch in seiner eigenen Realität steckt und dazu neigt seine eigene Wahrheit als die Ultimative Wahrheit zu sehen.Man neigt also dazu,schnell seine Sicht der Dinge anderen über zustülpen.Auch ich bin durch aus der Ansicht,das die klassische Schulmedizin hierfür keine zufriedenstellenden Lösungen für Fibro Patzienten anbieten kann.
    Nach dem Motto gehalten-Kenne ich nicht,fresse ich nicht-Oder wenn der Bauer nicht schwimmen kann ,dann lag es wohl an der Badehose-Klartext: Kennen wir nicht,Gibts nicht,haben wir nichts gegen,ist nicht heilbar -Punkt aus Ende-
    So jetzt hol ich mal von hinten aus:
    ACHTUNG EIGENE MEINUNG!!
    VORSICHT;KÖNNTE ZUR WAHRNEHMUNGSVERÄNDERUNGEN FÜHREN!
    Es gibt tatsächlich viele Dinge da draußen,die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann,was nicht bedeutet das es deshalb nicht da ist.Ich möchte das mal so beschreiben: Wir sind Seelen mit Körper drum herum.Jede Krankheit sei sie nun Chronisch oder nicht,Syntomfrei oder behandelbar hat IMMER SEELISCHE ASPEKTE.Krankheiten treten auf,um dir etwas aufzuzeigen,was beachtet werden will.Oder besser noch gesagt,bearbeitet und aufgelöst werden will.Deine Spitzfindigen Worte heilen dummerweise auch keinen dabei so wirklich.Dennoch kann man lernen auch Meinungen und Ansichten anderer Menschen zu akzeptieren.Nicht das du sie übernehmen solltest,natürlich muss jeder selbst heraus finden was einem taugt und hilft und was weg kann 😉 Die Dame die dir schrieb hat eigentlich nur gesagt,das es Möglichkeiten gibt,sei es energetisch oder Feinstofflich gesehen,schon Möglichkeiten gibt,eine Krankheit aufzulösen.
    Und da bin ich voll dabei! Den aus eigener Erfahrung hätte ich mir selbst längst einen Strick drehen müssen,da meine Erlebnise kaum einer aushält und denoch lebe ich sogar mit einer recht hohen Lebensqualität-Ich lasse mir doch nicht von der Realität vorschreiben was ich wahrnehme 😉 Alles was mir passiert ist hatte einen Sinn und hat immer eine lehrreiche Funktion gehabt.Ich habe lange gebraucht um das zu verstehen und erkennen zu können.Es reicht nicht aus,einfach Bullshit Bingo draus zu machen und zu sagen..alle verstehen mich nicht,keiner achtet auf mich,niemand hilft mir bei meinen Schmerz empfindungen weiter..TATSACHE IST-DAS KANN AUCH NIEMAND AUSSER DIR SELBST! Du bist dein eigener Herr und Meister im Leben,niemand sonst-Da kann uns auch kein Arzt bei helfen-Den die lieben Schulmediziner lernen nur Syntome zu behandeln und nicht die Ursachen dazu herausszufinden.Die liegen nämlich viel tiefer in der Spiritualität des Universums-unsere Urvölker wussten das alle-Das man immer Körperliche und Spirituelle Aspekte im ganzen betrachten muss!Also Ursache und Wirkung erkennen!
    Spiritualität hat nichts mit Horroskopen oder Voodo Zauber zutun.Es ist der Geistige und seelische Aspekt der Seele-
    Körperliche Aspekte -Meridian Linien im Körper TCM ( Traditionelle Chinesische Medizin) sind Leitbahnen in dennen die Lebensenergie (QI) fließt,sind diese gestört oder blockiert..treten Chronische Schmerz Erkrankungen auf.Es laufen 12 Bahnen die mit einander verbunden sind,durch deinen Körper.Sind diese Bahnen gestört,führt das zu schädlichen bishin zu Chronischen Veränderungen des Nervenssytems und der Organe. Also nicht nur die Apotheken Umschau lesen,auch mal gerne einige alte Schriften über die Menscheit,die Entstehung des Universums und Heil Verfahren in Betracht ziehen.RodolfSteiner -Anthroprosoph-geniale Quelle für Spiritulle und Menschliche Anschauung.
    Man muss schon bereit sein,alles im Leben als Ganzes zu betrachten,den genau das ist es.Alles steht in einer Dualität zueinander-gut-böse-hell-dunkel-warm-kalt u,s,w…. Also auch ein Krankheitsbild!
    Körper und Seele-nichts davon funktioniert ohne das andere.

    Drum bevor du urteilst-bemängest das zwar bei der Dame die dir schrieb und doch verurteilst du sie ebenso..Mag witzig für deine Leser sein ,aber auch deine Sicht ist nicht die Ultimative.Es ging in diesem Artikel nie nur um dich als Mensch oder Patzient-sondern um die Möglichkeit das es heilbar ist-Ich bin auf gutem Wege meine Krankheit zu lösen,da ich fähig bin es im ganzen anzusehen und zu verstehen weshalb Die Fibro auch mich ereilt hat. Nichts auf dieser Welt in diesem Universum ist für die Ewigkeit angelegt!! Alles unterliegt einem Kreislauf-dem des Lebens und dem Tod! Dazwischen liegen Welten die man gar nicht beschreiben könnte,mit bloßen Worten-Also trifft das auch auf dich zu,auf jeden Menschen–Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen-alles lebt und besteht aus Materie,auch deine Körrperzellen und Nervenbahnen.Wer nicht das GANZE sieht-der sieht gar nichts:begreift man das Leben nicht als das was es ist-und nicht als das was man denkt oder interpretiert was es sein soll,hat man am Ende gar nichts verstanden..Mal was zu Nachdenken
    Liebe Grüße Sabrina

    1. Liebe Sabrina,

      da du mir einen Haufen Tipps gibst, die ich längst befolge, erkläre ich mir damit, dass du wahrscheinlich nicht viele meiner Beiträge gelesen hast. Sei es drum. Es ging hier nie um ein Argumentieren gegen sogenannte, alternative Medizin. Auch ich habe viele verschiedene Methoden ausprobiert, sowohl sogenannte „Schulmedizin“ als auch sogenannte „Alternativmedizin“, von einigen ist sogar im Blog zu lesen. Ich könnte jetzt vieles aufzählen, aber darum geht es in dem Artikel überhaupt nicht. Es geht hier nicht um ein Pro oder Contra Alternativmedizin, Spiritualität, um persönliches Wachstum oder die Verbindung von Körper und Geist. Es geht darum, dass, auch wenn ich wie du der Meinung bin, dass manche (nicht alle) in der Schulmedizin zu einem Tunnelblick neigen, nicht automatisch alles, was als alternative Heilmethode da draußen praktiziert wird, gut und sinnvoll ist. Diese Abwägung kann jede*r nur für sich selbst treffen. Und genau das habe ich getan und das wurde von meinem Gegenüber zum Anlass genommen, übergriffige und haltlose Spekulationen und Unterstellungen über meine Person und meine Gesundheit zu treffen. Und das habe ich hier kritisiert, weil das nicht nur mich betrifft und generell völlig daneben ist.

      Ich kann es nur wiederholen: Würde ich diesen Blog schreiben, wenn ich mich aufgeben hätte? Hätte ich die letzten Jahre damit verbracht, mir selbst zu helfen, mir Informationen anzulesen, an mir zu arbeiten (auf allen Ebenen) und mich aktiv damit auseinandergesetzt, wie ich mein Leben und das anderer mit Erkrankungen verbessern kann? Würde ich das alles tun, wenn ich glauben würde, ich sei ein Opfer der Umstände und könnte mein Leben nicht selbst in die Hand nehmen? Nein. Wie man das hier herauslesen kann, ist mir auch ein Rätsel.

      Aber genau das ist der Schnellschuss, dieser Übergriff, der an solchen Stellen allzu häufig passiert: ein kritisches Wort und schon wird wieder der vermeintliche Lagerkampf zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin, zwischen Körper und Geist und was weiß ich noch eröffnet (um den es, ich betone es nochmal, gar nicht ging). Und schon wieder schließen sich Spekulationen, Tipps usw. an, ohne dass davon je die Rede war und mit der Annahme, dass der/die Kranke – in dem Fall ich – von nichts eine Ahnung hat und allem ablehnend gegenübersteht. Dieses Schwarz-Weiß-Denken und diese Übertragungen kann ich nicht nachvollziehen.

      Und nein, meine Worte werden niemanden heilen. Aber sie können vielleicht dem einen oder der anderen helfen auf sich selbst zu hören, und sich nicht von Schuldzuweisungen und Lagerkämpfen einschüchtern zu lassen, sondern seinen/ihren eigenen Weg zu finden. Und vielleicht bring es ein paar Leute auch zum Hinterfragen ihrer eigenen Haltungen und Perspektiven. Das wäre schön :).

      Ich wünsche dir alles Gute

  4. Liebe Fibrofee,
    wer Dich und Deinen Blog kennt, weiß dass du diesen Beitrag nicht nur mit einer Portion Zynismus, sondern auch mit einer Prise Wut geschrieben hast. Wut darüber dass es immer solche Menschen gibt, die es ausnutzen dass wir kranken nach jeden Strohhalm greifen. Außer ein Haufen Geld auf deren Konto, bringt das aber alles nichts. Solange ich beim monatlichen Rezept abholen diverser Schmerzmittel, nicht von den MTA’s oder besser noch dem Arzt selbst gesagt bekomme dass es Hilfe gibt, glaube ich gar nichts.

    1. Ja, die Wut ist da – zu Recht, wie ich finde. Denn es ist nicht okay, vollmundige Heilsversprechen zu verkünden, um den eigenen Profit und die Aufmerksamkeit zu maximieren und das auf Kosten kranker Menschen.

  5. Hallo Fiebrofee,
    da hast du aber mal wieder einen rausgehauen….
    Respekt für deine markige Wortgewandtheit, oder sollte ich besser sagen Wortwichserei?!?
    Ich verfolge deinen Blog schon so ziemlich von Anfang an und finde deinen Einsatz und dein Engagement für unsere Krankheit bewundernswert! Allerdings frage ich mich oftmals nach dem Lesen eines solchen Artikels von dir, ist es jetzt begründete Empörung, oder einfach nur erwähnte Wortwichserei, sprich: „Wortgewandte Selbstverherrlichung einer schon sooo viel mehr Wissenden….“? Vielleicht ist die Antwort irgendwo dazwischen, wer weiß…
    Jedenfalls fände ich es schade, sollte dein Blog in Richtung Alt-klug-scheißerei abdriften 🙁
    Zum Inhalt gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen. Die Ausschnitte der Redakteurin, die du zitierst, sind doch so allgemeingültig gehalten, wie Horrorskope in der Blödzeitung, und es würde mich nicht wundern, wenn das gleiche Zeugs an zig weitere Betroffene, die sich im Internet „präsentieren“, verschickt wurde. Wie eben Webung per Mail für dubiose Produkte. Sollte es so sein, und es sich um diese […]* Sache handeln (oder ähnliches), hast du unwillentlich u.A. eine Werbeplattform für diese Leute geschaffen. Und wenn es auch nur für einen kleinen Prozentsatz deiner Leserschaft zutrifft. Es gibt doch immer Solche, die auf diese Dauerwerbungsscheiße im Fernsehen, oder jetzt immer mehr auf Youtube, anspringen. Warum auch immer. Aber für Alle gilt doch: Jeder hat eine Fernbedienung zum umschalten, oder eine Maus zum wegklicken!
    Gute Besserung

    *Wort wurde „geschwärzt“, um Namensnennung zu vermeiden

    1. Zuerst einmal musst ich schon schmunzeln, auf welch‘ altkluge Weise du mir Altklugheit attestierst. Dass es sich dabei um eine Massenanfrage handelte, halte ich für ausgeschlossen (die bekomme ich eh täglich). Würde doch auch wenig Sinn machen, eine Anfrage und mehrere Antworten für etwas zu verschicken, das es noch gar nicht gibt (in dem Fall ein Buch).
      Ich bin mir nicht sicher, ob angekommen ist, was Gegenstand meiner Kritik war: nämlich ein verbreitetes Problem und keine konkrete Methode (die hier im Übrigen bewusst nicht genannt wurde, um eine etwaige „Werbewirkung“ zu verringern) oder Anfrage. Diese habe ich, da so beispielhaft, lediglich zur Veranschaulichung gewählt. Es handelt sich hier um ein Vorgehen, das gerade auf Social Media an der Tagesordnung ist. Dabei werden zum Beispiel gezielt Direktnachrichten an Leute verschickt, die sich über ihre chronische Erkrankung äußern und bestimmte Methoden „beworben“. Wegschalten geht da schlecht – man hat ja auch nix aktiv eingeschaltet. Diese Leute kommen ungefragt. Natürlich ist es das Beste, darauf nicht einzugehen. Aber sie legen nicht selten die oben beschriebene Masche an den Tag, um Druck beim Kranken zu machen, Hoffnungen durch überzogene Verpsrechungen oder Schuldgefühle zu wecken, um ihre Produkte oder Methode zu verkaufen. Und ja, es gibt sicher viele Leute, die diese Strategie schnell durchschauen. Aber wir Fibromyalgie-Betroffene sind doch durch die oft mangelhafte ärztliche Unterstützung und fehlenden Therapieoptionen empfänglicher für solche Angebote. Denn wir wissen doch alle, welche Hoffnungen angebotene Lösungen wecken können, wenn man sehr verzweifelt und symptomgeplagt ist. Ich sehe die Problematik darin, dass es hier ja nicht um das Anpreisen eines am Ende sinnlosen Küchengerätes, bei dem man nur ein paar Euro in den Sand setzt, sondern um das Spiel mit der Hoffnung auf Gesundheit geht. Das wird systematisch ausgenutzt, weil so lange, wie keine Heilung erreicht ist, immer Angriffsfläche vorhanden ist – eine bei solchen Erkrankungen praktisch selbsterhaltende Quelle. Und darauf aufmerksam zu machen, ist der Grund dieses Artikels.
      Wenn du meine Art der Formulierung als Wortwichserei empfindest – ja mei, dann ist das deine Sache. Wenn’s zu viel werden sollten, weißt du ja, was zu tun ist: einfach Abschalten ;).

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